Kellershots

Es mag dem Einen oder Anderen schon aufgefallen sein, dass ich Dinge gerne ausführlich betrachte. Ich liebe Worte und ich liebe Abschweifungen und ehe ich mir nachsagen lassen muss, dass ich zu oberflächlich bin oder einen wesentlich Nebenaspekt nicht beachtet habe, nehme ich lieber noch eine Abzweigung, drehe noch eine Kurve, fokussiere, blende wieder auf, verändere den Blickwinkel und verliere mich – stets emsig und gerne – im Spiel sinnloser Sinnhaftigkeit. Der Schachtelsatz: Nicht Mittel, sondern Zweck, das Wort „wobei“ als liebgewonnener Inkubator, wenn am scheinbaren Ende des Satzes so langsam die Luft ausgeht.

Hier noch ein Sonnenstrahl, da das Zirpen eines Vögelchens, die finale Invasion der Marsianer, alle Schuld den Illuminaten. Das Thema Wein ist dafür perfekt. Nach 2-3 Gläsern (nicht Gläschen) spiegeln sich Stilmittel und Zustand wie eine flackernde Kerze im roten Wein,…….. wobei das jetzt schon ein wirklich arg abgegriffenes Bild für ein harmonisches Zen-Erlebnis ist, soll nicht wieder vorkommen.

Nun bewege ich mich hier aber in einem modernen Medium, das sich grundsätzlich mehr durch Geschwindigkeit und Informationsflut, als durch poetisierende Weitschweifigkeit auszeichnet.

Da habe ich mir überlegt, dass ich, für den hypothetischen Fall, dass ein Besucher meiner Seite keine Zeit oder (noch viel hypothetischer, im Grunde auch abwegig) keine Lust hat, sich durch meine Zeilen zu fressen, bis er endlich bei Wein angekommen ist (wobei eine gesunde Grundlage dem Trinkgenuss nie schadet), auch etwas Kürzeres bieten sollte.

Daher findet Ihr hier nun meine Kellershots:

Ein Wein, ein Bild und ausnahmsweise keine langen Worte.

Kurz und schmerzlos.

Für mich eine echte Herausforderung, aber disziplinierend.

….Außerdem habe ich damit in der Fastenzeit begonnen. Auf Schokolade oder Wein zu verzichten ist das Eine, aber auf Worte…. Das wird hart, ich werde leiden, aber ich werde jedes gesparte Wort in dieses große, bunte Porzellanschwein packen und irgendwann ist Schlachtfest…..