Pétalos 2014 von den Descendientes de J. Palacios

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

Guter Wein ist Phantasie im Glas und dieser hier ist Tango – Tango Argentino

Die Sonne ist noch nicht ganz untergegangen.

Eine warme Briese weht schmeichelhaft über eine balustradenbewerte Terrasse oberhalb der spanischen Mittelmeerküste.

Du hast diesen Wein in Deinem Glas, blickst auf das Meer, genießt den Wind in Deinem Haar und willst nichts, außer die Sonne beobachten, wie sie langsam ihr Tagwerk beendet.

Aber das stimmt nicht!

Du willst eigentlich mehr und das merkst Du erst, als sich die sanften Töne eines Bandoneons mit dieser Szenerie vermischen und eine Hand verhüllt durch einen roten Samthandschuh nach Deiner Schulter greift.

Der Rest ist Tango!

Der 2014er Pétalos von den Descendientes de J. Palcios wird im Bierzo angebaut, einer Region im Anbaugebiet Kastilien-Leon und ist im Handel für um die € 20,00 zu haben. Der Nachfolgejahrgang liegt sogar z.T. nur bei € 14,00.

Für mich eine geniale Kombination aus feiner Samtigkeit und schöner Säure.

Feine Nase, zarte Vollmilchschokolade mit leichten Halbbittertönen, etwas Zimt, Veilchen, feine Würze (Kreuzkümmel light …).

Am Gaumen wiederum dieses sensible Spiel zwischen einer fast lähmenden Samtigkeit und einer inspirierenden Säure, die immer kurz davor ist durchzubrechen, sich aber dann doch, im letzten Moment, immer wieder zurücknimmt. Tango eben.

Ein sehr langer, leichter aber nachhaltiger Abgang.

Gefährlich…..

Bernhard Hubert Pinot Rosé Sekt 2008

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

 ……. um die immer kleiner werdenden € 18,00

Da denkt man tatsächlich über karaffieren und große Gläser nach!

Das ist ein Begleiter für einen ganzen Abend. Erst unglaublich impulsiv, feinperlig, fast brause-sprudelig frisch. Weckt direkt nach dem Öffnen alle Lebensgeister. Direkt eine tolle Nase mit frischer Kirsche, etwas (aber keine Angst, nicht negativ) feiner Erdbeere und ganz viel Mineralität. Sofort nach dem Öffnen regiert im Mund nur reine Lebenslust – aber wenig Tiefe. Das ändert sich allerdings von Minute zu Minute, eine sich ständig steigernde Eruption von Geschmacksnuancen und einer einsetzenden Cremigkeit, die man diesem Pinot am Anfang nicht zugetraut hätte.

Und irgendwann sitzt Du mit Ihr auf einer Treppenstufe und denkst, dass Du mit dieser Dame (denn dieser Sekt ist weiblich, ganz klar) gerne den Rest des Abends verbringen möchtest. Je „wärmer“ (tatsächlich, natürlich nur bis zu einem gewissen Grad – oh welches Wortspiel) Ihr miteinander werdet, umso ausdrucksvoller wird sie. Endlich spürt man eine vielschichtige Reife. Das junge hüpfende Ding wandelt sich zu einer erfahrenen Frau (da gab es mal ein Lied von Heinz-Rudolf Kunze…), Du schaust in glitzernd-klare Augen, fühlst jedes Prickeln und dann weißt Du plötzlich, dass dieser Schaumtraum am nächsten Morgen noch mal besser schmecken wird. Woher? Frag nicht!

Michael Teschke Riesling Nahegauer Landwein 2015

Verwirrend aber schön, einzigartig, nie wiederkehrend….

Vorsicht Geheimtip…….(Pssst)

Hä? (deutsches Fragewort), wieso Nahegau, Teschke ist doch Rheinhessen?! – …..abwarten…..und außerdem „Landwein“, geht’s noch, läuft das jetzt in Werbung für Kopfschmerztabletten aus – die Pille danach?….nur Geduld….)

So, im Keller liegen nun zwölf Flaschen (was für mich brutal viel ist, möchte ich doch immer wieder Neues entdecken und bin daher und auch nicht zuletzt wegen zunehmender Kapitalbindung in den letzten Jahren grundsätzlich zum 2 Flaschen-Käufer mutiert), die 12 Flaschen hab` ich, die gehören jetzt mir, mir ganz alleine und jetzt bin ich auch – mit aller natürlichen Zurückhaltung – bereit von diesem Wein, den es so nie wieder geben wird, zu berichten:

Streit kommt in den besten Familien vor und da bilden Winzerfamilien naturgemäß keine Ausnahme. So traf es auch das Weingut von Racknitz ( Äääääääh (deutscher Ausdruck der Verwunderung), wieso jetzt von Racknitz, hier geht’s es doch um Michael Teschke?!…..einen Moment noch…).

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