Elbling 2012 von Stephan Steinmetz

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Tolkien irrte !

Der Elbe an sich ist weder groß, noch schlank und schön, noch übermenschlich kraftvoll, geschickt und schnell, hat sicher keinen endlos überlegenen Geist und schon lange keine hochentwickelte Moral – und auch keine spitzen Ohren!
Obwohl, das mit den Ohren könnte doch stimmen.

Ich muss das wissen, denn ich habe heute Abend einen 2012er Elbling vom Weingut Stephan Steinmetz an der Obermosel getrunken!

Der Elbe ist gnomenhaft klein und dicklich, extrem lustig, trägt einen wilden, zerzauselten Bart, lebt in Weinflaschen und stürzt sich – nur einen (nicht wirklich) verwerflichen Zweck verfolgend – mit dem ersten Einschenken ins Glas!
Von dort, geschützt unter der Weinoberfläche, beginnt er sein bacchantisches Werk. Dem unvorbereiteten Weintrinker schickt er ein Duftband von herrlich frischen Citrus- und Apfeltönen entgegen an denen die Nase haften bleibt, wie Fliegen an einem dieser klebrigen Fliegenfänger. Damit hat der Elbe dann auch schon gewonnen. Genüsslich und dabei geckenhaft kichernd zieht er immer wieder an dem Band und lässt den Gaumen ein ums andere Mal eine unerwartete Geschmacksfülle voller Citrus- und Erdbeertönen und auch Butter- und Weißbrotnuancen erleben. Alles eingehüllt in eine angenehm spritzige, aber nie bissige Säure. Der kleine Elbe scheint zufrieden mit meinem Urteil und lässt die Leine ein wenig lockerer, allerdings nur um mir die Chance zu geben noch einmal nachzuschenken. Und – Ihr werdet es nicht glauben, da kommen noch mehr Elben aus der Flasche. Und mit jedem Nachschenken werden mir die Jungs sympathischer, so hässlich sind die gar nicht und gnomenhaft – naja, die einen sagen so, die anderen so. Vor allem sind die alle nett, total nett, und sooo lustig, das ist es doch was zählt. Tut mir leid, wenn ich jetzt nichmehr so richtich weita schreiben kann, muss jetzt noch mal nachschenken gehen. Mal sehen, wer da noch so alles rauskommt. „Jungs, Leine lassen, ich komme gleich wieder!“

Elbling 2012 Stephan Steinmetz, um die € 5,50

 

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