Peter Lauer Ayler Kupp 1975er Riesling Auslese

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

Oh Herr, es ist Zeit……

42 Jahre, da geht man mit Ehrfurcht heran, eine goldene, ins Braun neigende Farbe, irgendwie die Farbe zu der alle alten Weine werden, eine roter alter Port wird so, genau wie ein Bordeaux und eben auch eine Riesling Auslese.

Schick ist das, sehr heimelig, warm und einladend. Die Nase ist perfekt, ganz aromatische, reduzierte Honigmelone, feine Lakritztöne, eine Vielfalt, für die ich keine Vergleiche finden kann und will, riecht halt nach altem Wein…..und das ist so genial, vor allem weil diese Auslese auch noch längerem Öffnen völlig stabil bleibt.

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Müller-Catoir – Mussbacher Eselshaut Weissburgunder Auslese trocken 1989 (!!)

Aus tiefstem Traum bin ich erwacht….

5.+6.10.2017 RIP

Das ist Stoff aus dem Legenden gemacht werden.

Hat seinerzeit DM (!) 16,00 gekostet, ich musste ganze € 6,00 ausgeben und IHR redet von Inflation…

Ich entdeckte die Flasche beim Stöbern in einem Konvolut großnamiger, aber vom Zustand eher wenig vielversprechender alter (hier steht bewusst nicht „gereifter“), deutscher Weine. Viele Füllstände unter Schulter, Etiketten zum Teil nicht mehr lesbar, mancher Korken nicht mehr dicht, viele Weine ganz eindeutig getrübt, ein vinophiler Wühltisch, Reste einer sicher einmal tollen Sammlung. Mich überkommt in einem solchen Moment immer eine Ambivalenz zwischen Jagdfieber und einer fast depressiven Traurigkeit über verpasste Momente und verlorene Träume. Es gehört sich einfach nicht einen -guten- Wein umkommen zu lassen, wie viel Freude und Genuss hätte in die Welt gebracht werden können…Wie gut, dass es doch noch Überlebende gab.

Einer davon war diese Mussbacher Eselshaut (gelobt seien die deutschen Lagenbezeichnungen) Weissburgunder Auslese trocken von 1989.

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Traubenreisen

Wenn Trauben eine Reise tun…. dann entstehen zumindest Geschichten.

Die berühmteste Geschichte ist wohl die des Spätlesereiters aus dem Rheingau.

Denkmal Spätlesereiter im Schloss Johannisberg im Rheingau, Hessen, Deutschland

Denkmal Spätlesereiter im Schloss Johannisberg im Rheingau, Hessen, Deutschland

Bis ins 18. Jahrhundert hinein war der Lesetermin häufig weniger vom Reifezustand der Trauben, als von den steuerlichen Interessen der Obrigkeit geprägt. Um die geerntete Traubenmenge als Basis zur Bestimmung des Zehnten besser kontrollieren zu können, waren die Grundherren darauf bedacht, die Weinlese in einem Rutsch, ohne Unterbrechung, durchführen zu lassen. Um keine Verluste durch faulendes Material zu erleiden orientierte sich der Lesebeginn an der am frühesten reifen Sorte (damals der ertragreiche Elbling). Alle anderen Rebsorten wurden gleich mitgeerntet und blieben damit natürlich häufig unter ihren Möglichkeiten. Das Ende der Lese war üblicherweise der 16. Oktober, der Gallustag („An Galles schaff` haam alles!“- schön, oder?). Weiterlesen