Weingut Dr. Heger Spätburgunder Mimus 2011

Kinder, Familie, Menschheit im Allgemeinen!

Es gibt Momente, da wird der Papa ernst!

 

Das ist sehr selten, weil er eigentlich fast allem irgendwie etwas Komisches oder Lustiges abgewinnen kann (vor allem sich selbst), aber es kommt vor.

Meistens hat das bei ihm etwas mit Ehrfurcht zu tun und dann auch mit Demut.

In epischen Momenten schiebt sich schon einmal eine Träne in seine Augen, dieses Gefühl an etwas wirklich Großem teilzuhaben, einen Zipfel von dem zu spüren, was uns alle eint. Dann wird er erst still und dann leider bekehrend, will die frohe Botschaft in die Welt bringen, ob sie (die Welt und weil die doch recht groß ist zunächst die Familie) das will oder nicht.

Also, ich merke schon jetzt, dass die ganze Sache länger wird. Wer keine Zeit hat oder gar keine Lust hier, quasi als Abkürzung, meine Zusammenfassung – ist so was von unsexy, das ich kaum hingucken kann, daher auch kleiner:

Nase: Kirschgelee, Waldbeermus (also alles eingekocht, fein konzentriert), feiner Rauch, feine Würznoten, etwas Vanille, sonnenverbannte Walderde unter einer großen Eiche in der gerade ein Trüffelschwein gräbt

Gaumen: seidig,  lebhaft, sehr animierende Frucht, erst reife Sauerkirsche, dann Pflaume, fast weihnachtlich wegen der Würze, im Abgang etwas herb mit nachhaltiger Wärme, so einer, bei dem Mann noch fünf sechs Atemzüge ganz bewusst tut, um etwaige entfleuchende Aromen wieder einzufangen.

So, wer jetzt noch da ist darf in größeren Lettern: Weiterlesen

Bernhard Hubert Pinot Rosé Sekt 2008

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

 ……. um die immer kleiner werdenden € 18,00

Da denkt man tatsächlich über karaffieren und große Gläser nach!

Das ist ein Begleiter für einen ganzen Abend. Erst unglaublich impulsiv, feinperlig, fast brause-sprudelig frisch. Weckt direkt nach dem Öffnen alle Lebensgeister. Direkt eine tolle Nase mit frischer Kirsche, etwas (aber keine Angst, nicht negativ) feiner Erdbeere und ganz viel Mineralität. Sofort nach dem Öffnen regiert im Mund nur reine Lebenslust – aber wenig Tiefe. Das ändert sich allerdings von Minute zu Minute, eine sich ständig steigernde Eruption von Geschmacksnuancen und einer einsetzenden Cremigkeit, die man diesem Pinot am Anfang nicht zugetraut hätte.

Und irgendwann sitzt Du mit Ihr auf einer Treppenstufe und denkst, dass Du mit dieser Dame (denn dieser Sekt ist weiblich, ganz klar) gerne den Rest des Abends verbringen möchtest. Je „wärmer“ (tatsächlich, natürlich nur bis zu einem gewissen Grad – oh welches Wortspiel) Ihr miteinander werdet, umso ausdrucksvoller wird sie. Endlich spürt man eine vielschichtige Reife. Das junge hüpfende Ding wandelt sich zu einer erfahrenen Frau (da gab es mal ein Lied von Heinz-Rudolf Kunze…), Du schaust in glitzernd-klare Augen, fühlst jedes Prickeln und dann weißt Du plötzlich, dass dieser Schaumtraum am nächsten Morgen noch mal besser schmecken wird. Woher? Frag nicht!