Frank John Riesling 2008

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

Bitte nicht stören…….

Deswegen liebe ich Wein.

Aus dem Glas flüstert es so subtil, einschmeichelnd, einnehmend und feinsinnig, dass alles Laute im Raum ausgeblendet wird. Klar könnte man jetzt von einzelnen Aromen (Honig, reife Kernfrüchte, etwas Nussiges und dann diese so abgefahrene, sich ständig neu entwickelnde Säure, die ich einfach nicht kapiere, die Spannung aufbaut) …ähm….reden (ja, so geht der Satz weiter) aber das trifft es nicht.

Das Ding ist ein Gesamtkonzept, durchaus intellektuell, mit dem man sich beschäftigen muss, was ich jetzt tue!

Bitte nicht stören !

Peter Lauer Ayler Kupp 1975er Riesling Auslese

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

Oh Herr, es ist Zeit……

42 Jahre, da geht man mit Ehrfurcht heran, eine goldene, ins Braun neigende Farbe, irgendwie die Farbe zu der alle alten Weine werden, eine roter alter Port wird so, genau wie ein Bordeaux und eben auch eine Riesling Auslese.

Schick ist das, sehr heimelig, warm und einladend. Die Nase ist perfekt, ganz aromatische, reduzierte Honigmelone, feine Lakritztöne, eine Vielfalt, für die ich keine Vergleiche finden kann und will, riecht halt nach altem Wein…..und das ist so genial, vor allem weil diese Auslese auch noch längerem Öffnen völlig stabil bleibt.

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Riesling Grand Cru Zotzenberg 2007 Domaine Armand Gilg, Elsass – Kellershots

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

Stammt aus den höchsten und kalkhaltigsten Lagen des Zotzenberg, beim Kauf vor 7 oder 8 Jahren unter € 12,00 (warten lohnt sich)

Ich mag reifen Riesling und der hier widerspricht allen, die behaupten Elsass sei langweilig! Wobei, wenn man langweilig so interpretiert, dass man eine lange Weile warten sollte, bis man ganz besonders spannende und ausdrucksstarke Nuancen erleben kann, dann stimmt es wieder (und dann hat man eine lange Weile was davon). Ein guter Wein ist halt nix für Hektiker, Geduld ist eine wesentliche Tugend und nicht alles was morgens im Handel ist muss nachmittags getrunken werden. Weiterlesen

Jörn Goziewski – Riesling Joern Basis trocken 2014

Riesling meets Burgunder…….ohne Burgunder

Es gibt andere Varianten der nun folgenden Geschichte.

Möglicherweise erzählt selbst einer der beteiligten Protagonisten diese Geschichte auf eine ganz andere Art und Weise und….. möglicherweise hat er auch einen Grund dazu. Möglicherweise war auch irgendwo Alkohohl im Spiel, aber von diesen Dingen weiß ich nichts.

Wenn zwei Menschen Gleiches betrachten, sehen sie nicht das Gleiche. Wenn zwei Menschen den gleichen Wein verkosten, schmecken sie nicht das Gleiche. Die reale Welt ist verhüllt durch die Nebel unserer Eitelkeiten, Hoffnungen, Zwänge und Erfahrungen. Um den Schleier dieses Nebels zumindest ein wenig zu lüften, werde ich nun berichten, wie es sich wirklich zugetragen hat. Ich kenne die Wahrheit, ich muss sie kennen, denn ich habe den Wein getrunken, um den es hier geht (und wenn Ihr diesen Wein trinkt und Euch an meine –richtige- Variante der Geschichte erinnert, werdet Ihr mir Recht geben!):

Es war einmal ein junger Winzer, der hatte einen Traum und einen kleinen Weinberg von nur 1,3 Hektar. Weiterlesen

Bacheracher Wolfshöhle Riesling GG 2008 vom Weingut Ratzenberger

oRatzenberger Wolfshöhle 2008Trost und Rat, ein Männerversteher

Die Lage ist ernst. Sommerferien. Meine Frau und die beiden Kinder machen eine Woche Urlaub bei meinem Vater in Spanien. Ich kann – berufsbedingt – leider erst in 4 Tagen nachkommen und muss dann auch noch einen Tag früher zurück.

Verstrohwitwet und bei kaltem Wetter und Regen in Deutschland zurückgelassen sitze ich nun hier geplagt von Vereinsamungsängste und der Sorge um das Aufrecherhalten meiner Lebensfunktionen durch regelmäßige Nahrungsaufnahme. Weiterlesen

Traubenreisen

Wenn Trauben eine Reise tun…. dann entstehen zumindest Geschichten.

Die berühmteste Geschichte ist wohl die des Spätlesereiters aus dem Rheingau.

Denkmal Spätlesereiter im Schloss Johannisberg im Rheingau, Hessen, Deutschland

Denkmal Spätlesereiter im Schloss Johannisberg im Rheingau, Hessen, Deutschland

Bis ins 18. Jahrhundert hinein war der Lesetermin häufig weniger vom Reifezustand der Trauben, als von den steuerlichen Interessen der Obrigkeit geprägt. Um die geerntete Traubenmenge als Basis zur Bestimmung des Zehnten besser kontrollieren zu können, waren die Grundherren darauf bedacht, die Weinlese in einem Rutsch, ohne Unterbrechung, durchführen zu lassen. Um keine Verluste durch faulendes Material zu erleiden orientierte sich der Lesebeginn an der am frühesten reifen Sorte (damals der ertragreiche Elbling). Alle anderen Rebsorten wurden gleich mitgeerntet und blieben damit natürlich häufig unter ihren Möglichkeiten. Das Ende der Lese war üblicherweise der 16. Oktober, der Gallustag („An Galles schaff` haam alles!“- schön, oder?). Weiterlesen