Weingut Dr. Heger Spätburgunder Mimus 2011

Kinder, Familie, Menschheit im Allgemeinen!

Es gibt Momente, da wird der Papa ernst!

 

Das ist sehr selten, weil er eigentlich fast allem irgendwie etwas Komisches oder Lustiges abgewinnen kann (vor allem sich selbst), aber es kommt vor.

Meistens hat das bei ihm etwas mit Ehrfurcht zu tun und dann auch mit Demut.

In epischen Momenten schiebt sich schon einmal eine Träne in seine Augen, dieses Gefühl an etwas wirklich Großem teilzuhaben, einen Zipfel von dem zu spüren, was uns alle eint. Dann wird er erst still und dann leider bekehrend, will die frohe Botschaft in die Welt bringen, ob sie (die Welt und weil die doch recht groß ist zunächst die Familie) das will oder nicht.

Also, ich merke schon jetzt, dass die ganze Sache länger wird. Wer keine Zeit hat oder gar keine Lust hier, quasi als Abkürzung, meine Zusammenfassung – ist so was von unsexy, das ich kaum hingucken kann, daher auch kleiner:

Nase: Kirschgelee, Waldbeermus (also alles eingekocht, fein konzentriert), feiner Rauch, feine Würznoten, etwas Vanille, sonnenverbannte Walderde unter einer großen Eiche in der gerade ein Trüffelschwein gräbt

Gaumen: seidig,  lebhaft, sehr animierende Frucht, erst reife Sauerkirsche, dann Pflaume, fast weihnachtlich wegen der Würze, im Abgang etwas herb mit nachhaltiger Wärme, so einer, bei dem Mann noch fünf sechs Atemzüge ganz bewusst tut, um etwaige entfleuchende Aromen wieder einzufangen.

So, wer jetzt noch da ist darf in größeren Lettern: Weiterlesen

Weingut Fritz Allendorf, Quercus Pinot Noir 2013

Göttliche Eingebung

Quercus –   lat. „Eiche“

Die Eiche galt in der griechischen Mythologie als Baum des Göttervaters Zeus.

In der antiken griechischen Stadt Dodona befand sich das Eichenorakel, das nach Delphi bedeutendste Orakel Griechenlands. Drei weißgekleidete Frauen vernahmen aus dem flüsternden Rauschen der Blätter die Stimme des Göttervaters und übermittelten dessen Botschaften in mehr oder weniger klaren Worten an die Menschheit.

So war es in der guten alten Zeit.

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Blauer Spätburgunder 2010 Weingut Knipser – Kellershots

Kellershots ? Ein Bild, ein Wein, ausnahmsweise keine langen Worte:

Blauer Spätburgunder 2010 vom Weingut Knipser aus der Pfalz,

Best Ager, vor 5 Jahren für schlappe € 10,30 in den Keller gelockt

Gebildet, schöngeistig, feinfühlig, etwas penibel, vielleicht schwul, aber das steht nicht im Vordergrund. Ein ganz weicher, einschmeichelnder, tiefgründiger, immer sanfter und doch gradliniger Plauderer, dem man gerne einen Abend widmet. In der Nase feine Kirschen, Himbeere, gekaute Gummibärchen und auch etwas Eukalyptus. Am Gaumen und im endlosen Nachhall Erdbeere, Vollmilchschokolade und Nougat, aber alles subtil und schmeichelhaft. Ein frisches, aber eingängig, tiefgreifendes Mundgefühl, extrem angenehm, ohne zu belasten, oder umzuhauen, es ist einfach ganz natürlich, dass er da ist. Eine irre Kombination, die nie protzt, sich aber stetig breiter macht.

Ein einfacher „Qualitätswein“……., riesig und faszinierend interessant, der langsam seine feingliedrige Hand ausstreckt und ….. plötzlich mach ich mir doch Gedanken….

Röhndorfer Drachenfels Spätburgunder „P“ 2009 vom Weingut Pieper

Ein Drache, viele Holländer, grundlegende philosophische Fragen, Katharsis, Apotheose, menschliche Leidenschaften und die Wingert Guerilla

Pieper PManche Dinge traut man sich nicht hinzuschreiben, denn es könnte sie ja jemand lesen.

Das gilt besonders, wenn es um Wein geht.

Das Teilen von wirklichen Entdeckungen in der Weinwelt ist eigentlich nicht zu empfehlen, führt es doch regelmäßig zu steigenden Preisen und zur Verknappung eines Gutes, das man sonst fast ganz für sich alleine gehabt hätte. Eigentlich müsste man, sobald man einen wirklich außergewöhnlichen, unbekannten, ja vielleicht sogar völlig unterbewerteten Wein entdeckt hat, eine Gollum-Strategie anwenden und das Entdeckte hüten, wie „meinen Schatz“. Gut, das ist egoistisch, gesellschaftlich verwerflich, führt, wie im berühmten Beispiel bei Tolkien deutlich gemacht, eher zur Vereinsamung, aber letztendlich hat man seinen Wein und gut ist….

Dem entgegen steht die menschliche Eitelkeit!

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