
…..die eine ist leer, aber, hups, die da neben ist noch ganz voll….. 😉
Das Entkorken einer Weinflasche ist ein besonderer Moment. Gefühlvoll, sinnlich, voller Erwartung, Vorfreude und genau dem Richtigen Maß an Unsicherheit, das genügend Spannung aufbaut, um sich auf das Kommende zu fokussieren. Auch die Gefahr des zu Tage tretens eigener handwerklicher Unzulänglichkeiten formt den Reiz der Situation (dagegen hilft zwar jahrelanges, hartes, diszipliniertes Üben, feit aber nicht vor Überraschungen). Jedes Mal, wenn ich den Korkenzieher ansetze sollte es ein mystischer Moment sein. Ein kurzes Innehalten, Sammeln und sich Öffnen für das, was dann folgt. Es ist wie der erste, engere Kontakt zu einem Menschen. Gesten, Blicke, erste Worte. Es ist wie ein erstes Date, das Treffen Ihres suchenden Blickes, wenn sie das Café betritt, das Erheben, das aus dem Mantel Heraushelfen und dabei das Wahrnehmen ihres mit Bedacht gewählten Parfums. Daher kann ich – trotz aller guten Argumente – das Einzughalten des Schraubverschlusses in höchste Qualitätsklassen nicht gutheißen. Dieses grässliche, metallische Knacken, alleine schon diese unsinnliche Drehbewegung des Handgelenks, das ist primitiver Rammelsex ohne Vorspiel, unerotischste Triebfolge (von „Befriedigung“ kann man in diesem Zusammenhang wohl nicht sprechen), das ist was für Trinker, aber nicht für Genießer. Basta und nicht diskutierfähig – verschränkte Arme, trotziges Gesicht, dickes Ausrufezeichen !
Was hat das jetzt alles mit dem Vin Jaune aus der Überschrift zu tun?
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