Eselsbrücke im Burgund

Für Klugscheißer:

„Eine Eselsbrücke um sich die Namen der Grands Crus du Montrachet zu merken und um sie Eindruck schindend wieder abzusondern.“

Also vorweg, die Lagen heißen:

  • Le Montrachet (mit Mäuerchen drumrum und Eisentor)
  • Chevalier-Montrachet (über 10% Steillage)
  • Bâtard-Montrachet (nach Westen, nur durch ein Straße von Montrachet getrennt)
  • Criots-Bâtard-Montrachet (kleinste Montrachet-Lage)
  • Bienvenue-Bâtard-Montrachet (kaum 20.000 Flaschen pro Jahr)

…..aber das einfach zu wissen reicht nicht!

Daher:

Es war einmal……

…..der Seigneur du Montrachet, den zog es zur Ehre des Höchsten, für Ruhm, Geld und Vaterland und vielleicht auch weil es ihm auf seinem Schloss im Burgund zu langweilig geworden war, auf die Kreuzzüge. An seine liebende Ehefrau verschwendete er wenig Gedanken, aber um seine bildhübsche Tochter, die, wie es in solchen Geschichten üblich ist, noch Jungfrau war (oder es behauptete), machte er sich Sorgen. Kurzerhand ließ er seinen besten Ritter (Chevalier) in Montrachet zurück und vertraute ihm das Wohl seiner Tochter an.

Tochter und Chevalier hatten aber offenbar eine andere Vorstellung von „Wohlergehen“ als der Seigneur und so kam es wie es in Abwesenheit von Fernsehen und Internet kommen musste, das mit der Jungfrauenschaft war schnell und ein für allemal erledigt und nach 9 Monaten wurde ein Sohn geboren.

Da sich Tochter und Chevalier aber mehr mit ihrer Leidenschaft als mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen befasst hatten, war dieses Kind ein Bastard, der Bâtard-Montrachet.

Als der Seigneur von seinem Ausflug ins gelobte Land zurückkehrte, war er natürlich stinkesauer, tobte, machte seinem Chevalier schwerste Vorwürfe und beschimpfte seine Tochter als Flittchen. Inmitten so großer emotionaler Eruption begann der Bâtard natürlich zu weinen, was der Seigneur treffend und mit einem Fingerzeig auf seine Tocher vorwurfsvoll bemerkte „Criots-Bâtard“ – der Bastard schreit.

Schnell wiegte die Tochter ihren Sohn in den Armen, um ihn zu beruhigen und nicht noch größeres väterliches Ungemach heraufzubeschwören, aber er wollte nicht aufhören zu schreien, bis es dem Vater zu bunt wurde und er ihn seiner Tochter entriss. Allen stockte der Atem, was würde geschehen? Der Seigneur würde doch nicht Gewalt anwenden?

Da schauten Opa und Enkel sich das erste Mal in den Augen. Der kleine Bâtard hörte auf zu weinen, schaute den Opa mit großen (noch tränenfeuchten) Augen an und griff glucksend an des Opas große burgundische Nase. Da brach eine uralte genetische Verhaltenssteuerung aus dem Opa hervor, er herzte den Knaben, hielt ihn triumphal in die Luft und rief freudig“ „Bienvenues-Bâtard-Montrachet“.

Seht Ihr, so war das….

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