FR3UNDESKREISW3IN, Bonner Manufaktur

Weißweincuvée QBA, Rheinhessen

Rosé QBA, Rheinhessen

So, und genau deshalb liebe ich Wein!

3 verrückte Jungs, Khalid, Dan und Daniel, tun sich zusammen und kreieren ihren eigenen Wein, einfach weil sie Bock drauf haben, Wein geil finden und überlaufen vor Ideen und Tatendrang.

Einen Roten, einen Weißen und einen Rosé.

Der Rote stammt von der Ahr, aus der Paradelage Dernauer Pfarrwingert, liegt deutlich über 30 €/Flasche und wird leider nur in kleinsten Mengen produziert Den konnte ich noch nicht verkosten, was sehr schade ist, habe aber alle meine Späher ausgesendet und bin sicher, dass ich irgendwo noch eine Flasche auftreiben werde. Das muss so sein, denn der Rosé und der Weißwein sind einfach prima – purer Spaß im Glas – und wenn man deren Preis nimmt (so um die € 9,00) und auch nur vorsichtig daran denkt das Geschmackserlebnis hochzurechnen (ich weiß, sollte man nie tun, aber nur mal angenommen), dann knie ich jetzt schon vor dem Spätburgunder nieder. Aber jetzt erst einmal zu dem was ist und nicht zu dem was sein könnte.

Der Rosé ist die nahezu perfekte Inkarnation eines sonnigen Spätnachmittags in der Provence (die Tageszeit ist eigentlich egal, man sollte aber schon gefrühstückt haben, warm ist es aber auf jeden Fall und der Rosé ist schön gekühlt, das Glas beschlägt, Kondensperlen rinnen herab und…ach).

Ein leichter Wind weht über den Cours Mirabeau in Aix, Du sitzt in einem der Straßencafés, betrachtest die vorübergehenden Schönen, genießt den Schatten der Platanen und dass Du keine Termin hast.

Das Leben ist easy, verlockend und prall.

Genau das schafft dieser Rosé, ohne dabei ein nachgemachter Provence-Rosé zu sein (zum Glück, denn da schmecken mir die wenigsten Exemplare), hier ist kein verunglückter Erdbeer-Secco am Werk (wie sonst so oft) und auch kein leicht rosa gefärbtes, extrem heruntergekühltes Leitungswasser, sondern ein stabiler, aromenreicher Begleiter für die sommerlicher Leichtigkeit des Seins. Den schönen Fruchtaromen (Himbeere, Johannisbeere, exotische Früchte) steht eine angenehme Kräutrigkeit gegenüber, die sonst so vielen Rosés fehlt. Das Glas scheint sich wie von selbst wieder und wieder zu füllen (verdammt, wer säuft den denn immer leer) und es ist einfach nur Spaß am Leben der mir da durch die Kehle rinnt. Wer wollte da aufhören.

Der Weiße: Eine Cuvée aus Silvaner, Bacchus und Müller-Thurgau! …..Klingt jetzt erst mal nicht so sexy und hört sich eher an wie Baumwollunterwäsche und Heizdecke (die Socken bleiben an, Licht bitte aus), aber, ABER, der erste Eindruck trügt gewaltig.

Ein Schluck und die Lage sieht völlig anders aus. An alle Party-Gänger, Durchmacher und Nachteulen:

Red Bull war gestern, heute ist „FR3UNDESKREISW3IN“.

In diesem Wein steckt so viel Energie, dass ein klingonischer Donnergurgler im Vergleich wohl eher ein Schlafmittel wäre. Das ist Power und Dampf, wie sie wohl nur junge Enthusiasten ins Glas bringen können. Ich glaube nicht, dass so etwas im traditionsbewussten, und traditionellen Weinbau möglich wäre (das würde sich einfach keiner trauen). Hier spielt eine Generation auf die eine ganz eigene Idee von Wein und Genuss hat. Kein Zinnober, kein zu erfüllendes Raster, einfach nur Spaß, Energie und Leidenschaft. Vielleicht würde mancher Kollege älterer Generation dieses Wein als Party-Wein abstempeln, kann sein, aber: Na und? Auf den Partys wäre ich gerne jederzeit eingeladen.

Frucht spielt euphorisch mit blitzender Säure und wer bis dato noch aufgrund des nicht endend wollenden Trinkdrucks in den weniger begabten Gebieten seines Gehirns das Wort Terrassenwein auftauchen sah, wird spätestens beim Abgang eines besseren belehrt. Gewürze, Kräuter ein anhaltendes Spiel zwischen fruchtig-blumigen Aromen und feinen Pfeffernoten halten an und zwingen irgendwann, wenn sie sich langsam auflösten zum nächsten Schluck. Alles aber immer so, dass es Spaß macht, facettenreich genug um Genuss zu bieten, ohne in die biedere Ernsthaftigkeit abzugleiten, die manch großer Weißwein nötig zu haben vermeint. Schön war das!

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